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Weekly Urbanauth 42: Londons Crossrail Projekt und weiterhin Unruhen in Hongkong

Weekly Urbanauth 42: Londons Crossrail Projekt und weiterhin Unruhen in Hongkong

Die wichtigsten News auf einen Blick mit unserer halbmonatlichen Presserevue. Diese Woche (KW42): Von Japans Tempelschätzen über den Riba Stirling Preis und der Verzögerung des Londoner Crossrail-Projektes bis zur Entscheidung der USA Hongkong mit einem Gesetz zur Erhaltung der Autonomie zu helfen. Die wichtigsten, urbanen Nachrichten halbmonatlich im Weekly Urbanauth.

Einblicke in Japans Tempelschätze

Wer nach Japan reist und keine Lust auf große Menschenansammlungen à la Metropolregion Tokyo hat, dem bieten sich selbst in heutiger Zeit ruhigere Alternativen: Die englische Onlinezeitung BBC beschreibt, wie auf den Spuren des legendären Mönches Kukai jahrhundertealte Pilgerwege beschritten und Tempel besucht werden können, die schon seit dem 9. Jahrhundert Stätten spiritueller Erfahrungen waren. Den Ort, den Kukai ursprünglich als Zentrum auserkoren hatte, ist heute Teil eines 307 km langen Pilgerwegnetzes und liegt in der Präfektur Wakayama beim Koya-san (Berg Koya). Koya-san ist zwar kein Geheimtipp, beherbergt der Ort doch jährlich 2 Millionen Gäste. Doch fühlt es sich vor allem auf dem Okunoin, der größten Grabstätte Japans, wie ein Schritt zurück in vergangene Zeiten an. Wer dem Touristenstrom entkommen will, dem wird ein nächtlicher Besuch empfohlen. Dann erhellen nämlich tausende von Kerzen die tinten-schwarze Dunkelheit.

Vom Unterschied einer Schule in der Banlieue zu einer im Zentrum von Paris…

Wenn das Henri-IV wäre, würde es nicht so ablaufen.“ – So beginnt der provokante Titel des Artikels von FranceInfo, welcher sich mit dem Lycee Romain-Rolland in der Pariser Banlieue von Ivry-Sur-Seine befasst. Die Schule wurde vorübergehend von den Schülern blockiert, nachdem ein Video einer Polizeikontrolle in der Nähe der Einrichtung auf Twitter von dem Collectif Romain Rolland veröffentlicht wurde. Die Referenz an das Lycée Henri-IV innerhalb von Paris macht den Vorwurf einer ungleichen Behandlung in einem Wertesystem, welches Gleichheit propagiert.

Regelmäßige Polizeikontrollen auf dem Weg zur Schule sind dabei ein Phänomen, welches besonders Vororte von französischen Metropolen betrifft. Die Realitäten zwischen Schülern aus den Vororten und denen aus den wohlhabenden Teilen unterscheiden sich dabei stark. Genauso wie die Behandlung und Betreuung.

So reichte 2017 eine Lehrerin aus dem Bundesgebiet Seine Saint Denis (93) eine Klage ein, da bei der Rückkehr von einem Schulausflug drei ihrer Schüler im Nordbahnhof kontrolliert wurden. Auch die Bilder aus Mantes-la-Jolie von 2018 sind noch frisch. An einem Dezembertag mussten sich die Schüler der Schule Saint-Exupéry wie Gefangene mit hinter den Köpfen verschränkten Armen, vor der Polizei auf den Boden knien. An dem Tag war es in dem Sektor zu Ausschreitungen gekommen, während denen unter anderem zwei Fahrzeuge angezündet worden waren. Die Kluft über den unterschiedlichen Umgang der Polizei mit Bewohnern aus Vororten vertieft sich beständig. Angesichts der schwerwiegenden Fragen über die Einhaltung der Gleichheit und dem Recht auf Entfaltung in einer sicheren Umgebung für Schüler, insbesondere da dies schutzbedürftige, minderjährige Personen im schulpflichtigen Alter betrifft, ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik von Wichtigkeit.

Diesjähriger Riba Stirling Preis geht an Sozialbau-Siedlung in Norwich

Der diesjährige britische Riba Stirling Preis geht an die Gemeinde von Norwich im Osten Großbritanniens. Die englischsprachige BBC berichtete über den Preis, der einmal im Jahr vom Royal Institute of British Architects vergeben wird. Geehrt für ihre herausragende Arbeit wurde das Architektenbüro Mikhail Riches. Die Siedlung mit dem Namen Goldsmith Street beherbergt 100 Wohneinheiten und besteht hauptsächlich aus zweistöckigen Reihenhäusern und größeren Modellen, welche Wohnungen beinhalten. Mit dem Passivhaus-Siegel versehen, steht die Siedlung für energieschonenden Umgang mit Ressourcen und zugleich hohem Komfort für die Ortsansässigen. Als Materialien wurden cremefarbene Ziegel sowie schwarz-glänzende Dachpfannen benutzt. Über ein passives Solarsystem, welche die Sonnenenergie in Bauelementen wie den Ziegeln speichert, sollen die Kosten für Energie 70 % niedriger sein als der Durchschnitt.

London: Milliardenschweres Crossrail-Projekt verzögert sich

Mit bereits 130 Millionen investierten Arbeitsstunden handelt es sich beim Londoner Crossrail-Projekt um das derzeit europaweit grösste Infrastrukturprojekt, wie das englische Onlinemedium CNN berichtet. Besonders an der neuen Strecke ist, dass die auf einer Linie befindlichen Stationen alle durch dasselbe Verkehrsmittel miteinander verbunden sind; dies war bisher nicht der Fall. So werden neu 10 Minuten eingespart, um vom Flughafen Heathrow ins Zentrum Londons, der Tottenham Court Road, zu gelangen. Der 2009 angefangene Bau der Elizabeth Line sollte ursprünglich im Dezember 2018 fertig sein. Doch sorgten laut Judith Ward, Betriebsleiterin der Institution Railway Signal Engineers (IRSE, der internationalen Organisation für Fachleute, die in der Eisenbahnsignaltechnik und -kommunikation tätig sind), einerseits die enorme physische Grösse des Projekts, andererseits aber auch die grossen Mengen an Technik, die darin steckt, für Verzögerungen. Nebst den 42 km neuer Tunnelstrecke, kommen 70 neue Züge hinzu, welche an drei verschiedenen Signalanlagen arbeiten, 50 km Kommunikationskabel sowie 41 neue und modernisierte Bahnhöfe. Nun soll die Strecke, welche erheblich zur Entlastung der Londoner U-Bahn beitragen wird, bis Ende 2020 / Anfang 2021 fertiggestellt werden.

17.2 Milliarden Euro hätte das Ganze kosten sollen; mit der Verspätung sind die Zahlen nach oben geschossen. Mittlerweile liegt der Kostenpunkt bei 20.5 Milliarden Euro, was von Politikern, Regulationsbehörden und Londonern gleichermassen mit Frustration aufgenommen wurde. Des Weiteren hat das riesige Bauprojekt sichtbare Spuren in der Stadt hinterlassen. Dies vor allem um die Tottenham Court Road und Soho herum, wo das berühmte Astoria Theater für einen neuen Bahnhof abgerissen wurde.

Howard Smith, Betriebsleiter bei Transport for London (TfL), meint jedoch, dass es keinen Sinn ergäbe, die Linie zu eröffnen, wenn sie noch nicht ganz fertig und getestet sei. Es brauche eben Zeit. Auch ist er sich sicher, dass die überwältigenden Vorteile der Elizabeth Line dafür sorgen würden, dass die Verzögerungen vergessen werden.

Geht die Rechnung mit dem neuen Flughafen Berlins auf?

Wenn alles klappt, wie es klappen sollte, dann geht der Flughafen Berlin BER in einem Jahr in Betrieb. Wenn das der Fall ist, dann haben Berlins Steuerzahler insgesamt 1.08 Milliarden Euro für den Bau ausgegeben, so der Tagesspiegel.

Beim grössten Bauskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte gibt es augenscheinlich trotz allem ein paar gute Neuigkeiten. Als erstes sei die Botschaft zu nennen, dass im Businessplan der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg steht, dass ab 2024 mit positiven Jahresüberschüssen zu rechnen sei. Ebenfalls müssen die Steuerpflichtigen voraussichtlich ab nächstem Jahr nicht mehr in ihre eigenen Taschen greifen. Wenn alles gut geht.

Das erste Finanzierungskonzept von 2004 sah Kosten von lediglich 1.983 Milliarden Euro vor – die Umplanung und Erweiterung des BER-Terminals sowie die auftretenden Probleme mit der Brandschutzanlage und Verkabelung machten dem Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung. Laufend verschobene Eröffnungstermine, Bauprobleme sowie das teure Schallschutzprogramm taten ihr Übriges. Insgesamt belaufen sich die Kosten inzwischen auf 5,932 Milliarden Euro.

Hongkong: Entspannung der Lage durch Gesetz der USA in Sicht?

Das Repräsentantenhaus der USA verabschiedete am 15.10.19 ein Gesetz zum Schutz der Menschenrechte und der Demokratie in Hongkong.
Das Gesetz soll verhindern, das China international anerkanntes Menschenrecht in Hongkong missachtet. So sollen laut des Gesetzesentwurfes die Vereinigten Staaten jährlich überprüfen, ob Hongkong seinen Sonderstatus -wie in deren Grundgesetz festgelegt- noch innehat oder China zu sehr in die Geschicke des Landes eingreift. Falls die Autonomie in Hongkong zu sehr untergraben wird, schreibt das Gesetz wirtschaftliche Sanktionen seitens der USA gegenüber China vor. Der Senat und Präsident Donald Trump müssen dem Gesetz noch zustimmen, bevor es rechtskräftig wird.

Chinas Regierungssprecher Geng Shuang kündigte Widerstand gegen das Gesetz zur Kontrolle der Demokratie an. Mit diesem Vorgehen ernten die USA großen Zuspruch unter den Demonstrierenden in Hongkong, da das genau die Hilfe ist, die sie sich erhofft hatten. Die Beziehung zu China und den Handelskrieg der beiden Großmächte dürfte es jedoch kaum entspannen.

Proteste eskalieren weiterhin

Auch vergangenes Wochenende ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden gekommen. Die Behörden benutzten Wasserwerfer mit spezieller Farbe, um Menschen für spätere Festnahmen zu markieren. Die Protestler trugen oftmals -trotz Vermummungsverbot- Masken und attackierten eine Polizeiwache mit selbstgebauten Benzinbomben.

Die pro demokratische Bewegung ist wütend über Angriffe auf deren Sympathisanten bei vergangenen Demonstrationen. So wurde ein Mann von mehreren mit Hammern bewaffneten Individuen überfallen und ein Anhänger mit einem Messer attackiert.

Wenn die Polizei mit Tränengas… auf die Feuerwehr schießt

Am 15. Oktober kam es zu grotesken Szenen in Paris, als Angehörige der Polizei der Compagnie Republicaine de Sécurité Tränengasgranaten und Wasserwerfer gegen protestierende Feuerwehrleute benutzten. Diese kamen in der Nähe von Nation, im Osten von Paris zum Einsatz, sowie während dem Versuch der Demonstrierenden die Ring-Autobahn, den Périphérique zu blockieren. In dem Video von CLPresse sieht man den Einsatz von pyrotechnischem Material und den Bau einer Barrikade durch die Feuerwehr während dem Demonstrationszug von République bis Nation. Der Einsatz von Tränengas und Wasserwerfer durch die Polizei wirkt skurril, da diese beiden Berufsstände normalerweise eng zusammenarbeiten. Ein Feuerwehrmann aus der Essonne (91) nennt im Interview mit einem Videojournalisten dabei Grigny 1 und Grigny 2 als Referenz, wo während urbanen Unruhen die Feuerwehr Seite an Seite mit den Polizeikräften stand. 

Nebst mehr Mitteln fordert der Berufsstand eine Revalorisierung der Brand-Prämie, welche sich seit 1990 nicht mehr bewegt hat. Die große Demonstration in Paris folgt auf Monate des Streiks in gewissen Regionen wie im südlichen Tarn oder dem östlichen Doubs, die von Ende Juni bis ungefähr September andauerten.

Dieser Artikel ist in Englisch und Französisch verfügbar.

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Weekly Urbanauth 40: Exportgut französische Kultur, Unruhen in Hong Kong und weltweite Klimaproteste

Weekly Urbanauth 40: Exportgut französische Kultur, Unruhen in Hong Kong und weltweite Klimaproteste

Die wichtigsten News auf einen Blick – Unsere halbmonatliche Presserevue der Kalenderwoche 40. Diese Woche: Viel urbane Kultur aus Frankreich und ein Interview mit dem Stadtplaner Richard Sennet. Außerdem Nestkampf auf Kölns Schälsick-Seite, Extinction Rebellion in den Schlagzeilen und eine Zusammenfassung der Ereignisse in Hongkong der letzten Woche. Die wichtigsten, urbanen Nachrichten der Woche im Weekly Urbanauth.

Stadt und Mensch

Wie muss Stadtplanung sein?

In einem Interview mit Mediapart sprach der Stadtplaner, Philosoph und Soziologe Richard Sennett über die Hürden des Städtebaus, damals wie heute. Sein neustes Buch untersucht die Beziehung zwischen Stadt und Leben um zu verstehen, ob Stadtplanung die Gesellschaft so darstellen soll, wie sie ist, oder ob sie diese ändern soll, und wenn ja, wie. In der Frage, inwiefern sozialer, bescheidener Städtebau im Dialog mit den Bewohnern bei gleichzeitiger Berücksichtigung des globalen Kapitalismus möglich ist, findet sich ein zentraler Punkt des Gesprächs. Er stellt fest, dass es, berücksichtigt man die Absichten der Stadtplaner, von der Planung zur Realität stets einen langen Weg gegeben habe. So ist es ein Paradoxon, dass ausgerechnet der reaktionärste der „Großen Generation“, Baron Haussmann, Straßen und öffentliche Räume schuf, die sozial gut funktionierten. Über die Jahrhunderte macht Sennett eine gemeinsame Beobachtung: Die Form einer Stadt bestimmt nicht die Lebensformen, die sie annimmt. Am deutlichsten ist dies bei der in den 1950er Jahren gebauten brasilianischen Hauptstadt Brasilia ersichtlich. Um die geplante Form herum entstand eine größere, ärmere, chaotischere aber auch sozialere und wirtschaftlich intensivere Stadt.

Zum Projekt Gare du Nord in Paris merkt Sennet an, dass es einerseits ein Symbol für die Kluft zwischen Stadtplanung und der Art und Weise, wie Menschen tatsächlich leben, darstellt. Andererseits sei es aber auch symptomatisch für die ständig wachsende Bedeutung des Kapitalismus und des Grosskapitals für den heutigen Städtebau. Das Projekt ist viel zu groß und passt nicht in die Nachbarschaft.

Exportgut Centre Pompidou – Made in France now in Shanghai

Wie die englischen Onlinemagazine TheArtNewspaper und deezen berichteten eröffnet zum 8. November in Shanghai eine Zweigstelle des Centre Georges-Pompidou. Im Xuihui-Distrikt mit seinen zwölf Vierteln zieht das Museum an die Wasserseite vom Huangpu-Fluss. Mit der lokalen Verwaltung und der West Bund Group entwickelt, kam die französische Kooperation zum ersten Mal 2007 zur Sprache. Das Gebäude, welches ein Seitenflügel des West Bund Museums ist, wurde von dem Architekten David Chopperfield entworfen. Bis 2025 sollen sich zeitgenössische westliche und asiatische Kunst im Centre Pompidou x West Bund Museum treffen.

Das ursprüngliche Centre Georges-Pompidou in Paris wurde 1977 im Herzen des Viertels „Le Marais“ eröffnet und von den Architekten Renzo Piano und Richard Rogers entworfen. Das Museum welches nach dem französischen Präsidenten Georges Pompidou (1969 – 1974) benannt ist, beherbergt neben TMOMA in New York und Tate in London die weltweit wichtigsten und größten zeitgenössischen Kunstsammlungen. Die Zweigstellen bieten dabei eine hervorragende Möglichkeit, die ansonsten nur zwischen-gelagerten Meisterwerke der Öffentlichkeit zu zeigen. In 2010 eröffnete in Metz ein erster Ableger, welchem 2015 dann der Nächste in Malaga, Spanien folgte. Neben dem Centre Pompidou x West Bund Museum wird 2020 ein weiterer Ableger in einer ehemaligen Automobil-Garage in Brüssel entstehen.

Die Banlieues von Paris zeigen ihre Kunstschätze!

Trésors des Banlieues“ – Schätze der Vororte, so heißt die Kunstaustellung welche am 4. Oktober im Vorort Gennevilliers, von Frankreichs Hauptstadt stattfindet. Bis zum 30. November werden 260 Kunstwerke aus über 50 Vororten von Paris ausgestellt. Der Öffentlichkeit werden die Werke in der Halles des Grésillons präsentiert. Von einer Vielzahl an Expressionisten wie Chagall zu zeitgenößischem Street Art mit Miss Tic, die Banlieues haben einiges zu zeigen. Auf zeitgenößische Kunst gerichtet, werden Werke von Ende 19. Jahrhundert bis in modernere Zeit ausgestellt. Um das Kernthema der industrialisierten Stadt wird dabei die Geschichte von Gennevilliers angesprochen. Die einst landwirtschaftliche, später dann von prekären Armutsvierteln geprägte Banlieue, kannte einen rasanten Wandel und steht heute kurz vor dem Zusammenschluss zum Grand Paris.

Die künstlerischen Strömungen von Vergangenheit und Gegenwart zu durchqueren, um zu versuchen, eine Antwort auf das zu skizzieren, was die Banlieues so einzigartig macht.

Noel Corret – Hauptkuratorin der Ausstellung „Trésors de Banlieues“

Die Instandsetzung der 1980 gebauten und leerstehenden Markthalle im Viertel „Les Grésillons“ oblag dem französischen Architekten Patrick Bouchain. Dieses Jahr mit dem Grand Prix d’Urbanisme für sein Lebensschaffen ausgezeichnet, ist der 1945 geborene eine Ikone der französischen Architektur. Neben seiner Teilnahme bei der Gründung der École nationale supérieure de Création industrielle (ENSCI-Les Ateliers) Anfang der 80er Jahre, ist er vor allem für seine menschennahe Herangehensweise bekannt, welche die Bewohner in den Prozess der Erneuerung von urbanen Räumen versucht miteinzubeziehen. Für die Gestaltung des Innenbereiches war das Kollektiv „Au fond à gauche“ verantwortlich, welche durch ihre Wahl von Schifffahrts-Containern an die Geschichte der Hafenstadt anknüpfen.

Nestkampf auf Kölns Schälsick-Seite: Dieselstraße 15

Nach den TuMalWat-Tagen in Berlin geht der Nestkampf weiter. Vom Osten Deutschlands in den Westen nach Köln-Kalk. Ein seit Jahren leerstehendes Haus auf der Schäl Sick-Seite Kölns wurde am dritten Oktober für zwei Tage besetzt. Die politische Besetzung der Dieselstraße 15 welche nach zwei Tagen von der Polizei geräumt wurde, ging von der Initiative „Nestkampf“ aus. Diese hatte Anfang Mai bereits zwei leerstehende Gebäude in der Loestraße mit Bannern behängt, um auf Gentrifizierung aufmerksam zu machen. Den Aktivisten zufolge stünden dort 120 Wohnungen leer. Während der Räumung der Dieselstraße 15 wurden 22 Personen in dem Gebäude von der Polizei angetroffen. Drei davon wurden anschließend auf eine Polizeiwache gebracht.

Hongkong – Ein Vermummungsverbot schürt die Wut

Vergangenen Samstag kam es wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit brennenden Barrikaden und Verwüstungen von sowohl Metro-Stationen als auch Geschäften. Aus diesem Grund waren einige Supermärkte geschlossen und die Metro für einen Tag außer Betrieb genommen worden.

Carrie Lam, Regierungschefin der Sonderverwaltungszone Hongkong, griff auf das Notstandsgesetz aus der Kolonialzeit zurück und sprach ein Vermummungsverbot aus. Dieses verbietet das Tragen von Masken bei Demonstrationen. Das von der Regierungschefin erlassene Gesetz wurde ohne Zustimmung des Parlaments erlassen. Carrie Lam kann mithilfe der Notstandsverordnung „Vorschriften jeder Art erlassen, die sie im öffentlichen Interesse für wünschenswert hält“.

Die pro demokratische Gruppierung in Hongkong hat das Gesetz zum Vermummungsverbot angegriffen und bewirkt, dass es gegen Ende dieses Monats vom Supreme Court richterlich überprüft wird. Demonstranten nutzen Masken, um zum einen unerkannt zu bleiben und sich zum anderen vor Tränengas zu schützen.

Die Regierung von Peking unterstützt Carrie Lam’s Vorgehen. Die seit über 4 Monaten andauernden Proteste finden aufgrund eines sehr umstrittenen Auslieferungsgesetzes statt und nehmen an Intensität immer weiter zu. So droht Carrie Lam inzwischen mit einem Einschreiten des chinesischen Militärs, sollte sich die Lage nicht bald entspannen.

Extinction Rebellion

Extinction Rebellion (kurz XR; englisch ‚Rebellion gegen das Aussterben’) ist eine weltweite, Klima-Bewegung, die sich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams[1] gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und
das mögliche Aussterben der Menschheit als Folge der Klimakrise und der Vernichtung von Lebensraum einsetzt.“

Ursprünglich kommt die Bewegung aus Großbritannien, hat allerdings aktive Ableger in vielen größeren europäischen Städten, sowie den USA, Canada und Australien. Mehrere hundert Umweltaktivisten von Extinction Rebellion haben am Samstag, den 05.10.2019 eine Shopping-Mall im Südosten von Paris besetzt, sie wollen damit auf die Untätigkeit der Regierung in Sachen Klimakrise aufmerksam machen. Das Einkaufszentrum „Italie 2“ im 13. Arrondissement solle so lange wie möglich besetzt werden, teilte Extinction Rebellion in Frankreich auf Twitter mit. Nach 18 Stunden wurde die Besetzung des Einkaufszentrums wieder abgebrochen. Die Besetzung fand gemeinsam mit der Bürgerbewegung „Verité pour Adama“ und Gilets Jaunes statt.

Am Samstag, den 05.10.2019 wurde in Berlin vor dem Kanzleramt ein Klimacamp errichtet. Dort sind tausende Menschen zusammengekommen. Es werden Vorträge, Workshops, Berichte von Betroffenen und Filmvorführungen gezeigt. Ab Montag wurde auch der Verkehr in der deutschen Hauptstadt behindert. Extinction Rebellion rief dazu auf, das Auto stehenzulassen. Forderungen der Gruppe sind unter anderem die Ausrufung des Klimanotstandes und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2025 auf null.

Dies scheint jedoch nur ein Auftakt zu sein, denn ab dem 7. Oktober wurde weltweit zu zwei weiteren Protestwochen aufgerufen.

Dieser Artikel ist in Englisch und Französisch verfügbar.

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Weekly Urbanauth 38: Die Gilets zurück in Frankreichs Straßen und Pekings Bauboom

Weekly Urbanauth 38: Die Gilets zurück in Frankreichs Straßen und Pekings Bauboom

Die wichtigsten News auf einen Blick – Unsere halbmonatliche Presserevue der Kalenderwoche 38. Diese Woche: Von Pekings Seestern-förmigen Flughafen zu seinem höchsten Wolkenkratzer und den Urban Design Awards in Toronto. Außerdem: ein Bild auf die Familien, welche im August den Parc de la Villette in Paris besetzten und eine Rückkehr der Gilets-Jaunes in Frankreich zum Acte 45. Unsere Zusammenfassung der wichtigsten, urbanen Nachrichten.

Einen Blick in Pekings Bauboom

Einem Bericht der nordamerikanischen Nachrichtenseite CNN zufolge, soll Pekings neuester Flughafen im September fertiggestellt sein. Der Internationale Flughafen Peking Daxing wurde in Kooperation mit chinesischen Partnern von der inzwischen verstorbenen Architektin Zaha Hadid entworfen. Von der Architektur an der Form eines Seesternes angelehnt, liegt der neue Flughafen im Süden von Peking. Bis 2025 soll dieser dabei bis zu 72 Millionen Passagiere – so viel wie der Flughafen Paris Charles de Gaulles und zwei Millionen Tonnen Güter verfrachten können. In 2014 begonnen, belaufen sich die Baukosten auf über 10 Milliarden Euro. Der Bau des Flughafens reiht sich dabei in die chinesischen Ambitionen ein, bis 2020 ihre Flughäfen zu modernisieren und 720 Millionen Fluggäste zu transportieren.

Zusätzlich zu diesem riesigen Bauprojekt berichtete CNN von einem weiteren Riesen, der die urbane Landschaft Pekings überragt: Dem Citic Turm, der lokal als China Zun bekannt ist. Die Form des Gebäudes soll an Chinas Vergangenheit anknüpfen und zugleich „für den Aufbruch Chinas in eine neue Ära“ stehen. Der Auftraggeber ist die Citics Group, ein staatliches Unternehmen welches Investmentfonds verwaltet und der diverse Tochterunternehmen im Finanzsektor gehören. Die Grundform wurde dabei vom Peking Institut für Architektur Desgin mithilfe des britischen Architekturbüros TFP Farewells entwickelt, wobei das schlussendliche Design von Kohn Pedersen Fox (KPF) realisiert wurde. An einem zeremoniellen Weingefäß angelehnt, welches bis auf die Bronzezeit zurückgeführt werden kann, ist er mit seinen 528 Metern Höhe Pekings größter Wolkenkratzer.

Preisverleihung für die Urban Design Awards in Toronto

Die Online-Nachrichtenseite Urban Toronto berichtete über die Vergabe der Toronto Urban Design Awards (TUDA) in Kanadas größten Metropole. Die Preisverleihung fand im Palais Royale unter Anwesenheit des derzeitig amtierenden Bürgermeister John Tory statt. Ausgezeichnet wurden dabei innovative Projekte in vielen Bereichen der Architektur. Die Kategorien reichen dabei von Kunstinstallationen im öffentlichen Raum, welche die Lebensqualität der Ortsansässigen bereichern zu öffentlichen Gebäuden oder Flächen und Bauten aus dem privaten Sektor. Der Artikel ist in Englisch verfasst und mit einer Vielzahl von Bildern unterlegt.

Nach der Besetzung des Parc de la Villette – Wie ging es für die Familien weiter?

Der französischsprachige Nachrichtenblog BondyBlog begleitete die Familien nach der Räumung der Besetzung des Parc de la Villette im Norden von Paris. Am 28. August waren 157 Personen geräumt worden, welche aus Protest gegen die menschenunwürdigen Zustände ihrer Unterbringung für eine Woche einen Abschnitt des Parks besetzt hatten. So erfährt man mehr über die Zusammensetzung der Besetzenden, darunter der Jüngste – 23 Tage alt. Außerdem musste eine Person während der Besetzung für eine Entbindung das Krankenhaus aufsuchen. Die menschenunwürdige Zustände – manche Familien sind seit mehreren Monaten auf der Straße oder in temporären Unterkünften – verstärken die problematische soziale Situation vor Ort. Urbanauth hatte hierzu bereits berichtet.

Akt 45 – Wenn Klima-Engagierte und Gilets Jaunes zusammenkommen

Zum 45. Samstag der Gilets Jaunes Bewegung am 21. September, kam es zu einer „Convergences des luttes“ wie Mediapart berichtete (Paywall). Der Zusammenschluss zwischen Gelb-Westen und Klima-Engagierten geschah in einer angespannten Atmosphäre. In Paris nahmen zwischen 15.000 und 38.000 Menschen an der Klimademonstration teil. Für denselben Tag waren vonseiten der Gilets Jaunes Kundgebungen auf den Champs-Elysees angesagt, welche tagsüber verhindert wurde. Dem Video-Journalisten Clément Lanot zufolge kam es abends in dem Sektor zu massiven Einsatz von Tränengasgranaten. Ein Tweet von BFMTV legt nahe, dass normale Touristen ebenfalls von dem Tränengas getroffen wurden. Das Kollektiv Le nombre Jaune welches die Gruppengröße rezensiert, zählte für diesen Samstag über 90.000 Demonstrierende in ganz Frankreich. Mit einem Aufgebot von ungefähr 7.500 Polizisten war die französische Hauptstadt dabei wie verriegelt. Bereits ab dem späten Vormittag kam es dabei zu Ausschreitungen. Nach dem exzessiven Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen sahen sich Gruppierungen wie Greenpeace und Youth for Climate dazu gezwungen ihren Demonstrationszug abzubrechen, da ein pazifistischer Ablauf nicht gegeben war. Unter anderem wurde Tränengas innerhalb des Bahnhofes von Saint Lazare eingesetzt und führte zu Kollateralschäden bei unbeteiligten Passanten. Brennende Barrikaden und Mülltonnen führten zu einer angespannten Lage. Den Zahlen der französischen Regierung zufolge nahmen ungefähr 1.000 Black Blocs an den Demonstrationen teil. Im Laufe des Tages kam es zu verschiedenen „manifestations sauvages“ – unangemeldeten Demonstrationszügen. Diese demonstrierten dabei zum ersten Mal bis in die Nacht.

Die im November 2018 in Erscheinung getretene Sozialbewegung der Gilet Jaunes steht seit Beginn verschiedensten Sozialbewegungen nahe. Neben den politisch Engagierten von Attac und der Droit au logement (Recht auf Unterkunft), nahmen dabei bereits sehr früh auch Klimaaktivisten an den Demonstrationen teil. Die Erhöhung der Kraftstoffsteuer, welche als ungerecht angesehen wurde, da sie einkommensschwächere Haushalte stärker benachteiligt, steht dabei in einem Kontext der sozialen Gerechtigkeit. Viele sind sich dabei des Klimawandels bewusst. Quellen von Urbanauth zufolge tauschten sich die Gilets Jaunes dabei während dem G7-Gipfel in Biarritz ausführlich mit anderen kapitalismuskritischen und Klima-aktivitstischen Strukturen aus.

Hong Kong und brennende Barrikaden

Zur 15. Protest-Woche der Bürger der chinesischen Sonderverwaltungszone Hong Kong kam es zu einigen Ausschreitungen. In der Fotoreihe der Woche von der britischen Zeitung The Guardian werden brennende Barrikaden vor der Mong Kok Polizei Station, Tränengaseinsatz und Polizeikontrollen gezeigt. Neben einem Demonstrationszug durch ein Einkaufszentrum, kam es zu Sachbeschädigungen von Bahnautomaten in Sha Tin und einem nicht näher genannten U-Bahnhof.

Dieser Artikel ist in Englisch und Französisch verfügbar.

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Weekly Urbanauth 36: Urban Design von Wolkenkratzern in London versus Tokyos 330 Meter Giganten

Weekly Urbanauth 36: Urban Design von Wolkenkratzern in London versus Tokyos 330 Meter Giganten

Die wichtigsten News auf einen Blick – Unsere wöchentliche Presserevue der Kalenderwoche 36. Von Hip-Hop für die Favelas Rio de Janeiros in das Herz Perpignans über Tokyos geplantem höchsten Wolkenkratzer und Londons Urban Design Versuch. Unsere Zusammenfassung der wichtigsten, urbanen Nachrichten.

Stadt und Mensch

Im Herzen von Perpignan – Saint Jacques und Gentrifizierung

Das Herz der französischen Stadt Perpignan ist tief verwurzelt mit der Existenz einer großen Gemeinschaft an Menschen der Reise, dem fahrenden Volk, das im zentral gelegenen historischen Viertel Saint Jacques einen Rückzugsort gefunden hat. Unweit der spanischen Grenze ist sie zugleich eine der Städte mit der größten Armutsrate in Frankreich. Der Artikel der englischsprachigen Zeitung The Guardian, unterlegt mit Fotografien von Jesco Denzel, nimmt den Leser mit in die Welt der französischen „Gypsies“ und betrachtet zugleich die Renovierungsmaßnahmen aus einem kritischen Blickwinkel. Die Beziehung der fahrenden Leute zur Stadt lässt sich dabei auf mehrere hunderte Jahre zurückdatieren, wobei 1940 ein entscheidendes Jahr war. Durch das Verbot von „Nomadismus“ unter dem Vichy-Regime in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, siedelten sich die Menschen der Reise gezwungenermaßen in Perpignan an. Das Viertel Saint Jacques ist mit einer Jugend-Arbeitslosigkeit von 90 % zu drei Vierteln von Menschen besiedelt, welche überall in Europa institutionellen Diskriminierungen ausgesetzt sind.

Seit mehreren Häusereinstürzen von 2014 darunter Perpignan und letztes Jahr in Marseille, wird vonseiten der Behörden das Problem von minderwertigen Gebäuden ernster genommen. In Saint Jacques bringen die Bewohner jedoch ein berechtigtes Misstrauen gegenüber dem korrekten Ablauf der Renovierungsmaßnahmen zur Sprache. Die Modernisierungspläne der historischen Altstadt sind auf 2024 angelegt und führen zu Spannungen. Im Viertel Saint Jacques sollen demnach 483 Gebäude abgerissen werden, um Platz für 240 Neue zu schaffen. Zweifel an der Ehrlichkeit den Neu-Unterbringung-Vorschlägen stehen den Ängsten von Vertreibung und Verlust ihrer Gemeinschaft gegenüber.

Wettrennen der Wolkenkratzer: Bald hat Japan einen neuen Rekordhalter

Landesweit höchstes Gebäude wird in Tokyo gebaut

Mit 330 Metern Höhe übertrumpft der höchste der drei geplanten Türme des Toranomon-Azabudai Projekts den jetzigen Rekordhalter, bei dem es sich um einen Wolkenkratzer von Abeno Harukas in Osaka handelt, um ganze 30 Meter. Bis zum Jahre 2023 soll auf einer Fläche von mehr als 8 Hektaren ein ganzes Quartier saniert und revitalisiert werden, so in einem Artikel der CNN.

Laut dem Projektträger Mori Building Co. handelt es sich konkret um Büros und Wohnungen für 20’000 Mitarbeiter und 3’500 Einwohner sowie Geschäfte, Fitnessstudios, Museen, eine internationale Schule und 2.4 Hektar Grünfläche – ein „modernes städtisches Dorf“ also.

Entworfen wurde das Projekt vom Architekturbüro Pelli Clarke Pelli Architects. Der ursprünglich aus Argentinien stammende Cesar Pelli baute seinen Ruf als Stararchitekt mit innovativen Wolkenkratzern auf, nachdem er die Petronas Towers in Kuala Lumpur und das Paci Center in West Hollywood entworfen hatte. 1926 geboren, verstarb er im Juli dieses Jahres und hinterlässt über vier Jahrzehnte Schaffens. Zusammen mit dem Mitbegründer des Architekturbüros, Fred Clarke, war er maßgeblich an der Gestaltung der Fassaden der drei Türme beteiligt.

Der Singapurer Architekt Soo K. Chan, der am Projekt mitwirkt, sagte in einem Telefoninterview gegenüber CNN aus, dass er großen Wert auf Details und Handwerkskunst lege; beides im Wertesystem der japanischen Kultur verankert. Auch basieren die Innenräume der Residenzen auf Ideen wie derjenigen, dass die Häuser um Servicebereiche wie Küchen herum geplant werden – Traditionelle Ansichten und eine bestimmte Art von Lebensstil in Japan werden dabei berücksichtigt und erhalten bleiben.

Während London über neue Wolkenkratzer-Designs nachdenkt….

Diesen Monat brachte die City of London Corporation, welche die Square Mile mit dem Finanzdistrikt verwaltet, die ersten „Wind-Mikroklima-Richtlinien“ Großbritanniens heraus. Diese zielen darauf ab, das Gehen und Radfahren zu fördern, indem sie die Auswirkungen des Windes auf dem Boden reduzieren – denn Windkanäle und Fallwinde an und um Wolkenkratzern können den Menschen auf Bodenebene durchaus das Leben schwer machen, berichtet wired.com. Das Ingenieurbüro, welches bei der Ausarbeitung der neuen Normen mitgewirkt hat, arbeitet zudem mit den größten Städten Nordamerikas zusammen. Die Richtlinien der City of London legen Windgeschwindigkeiten für das Sitzen und Gehen fest und schreiben Windkanaltests sowie Computersimulationen vor um vorhersagen zu können, wie ein neues Gebäude diese Richtlinien erfüllen und wo Messungen durchgeführt werden sollten. Für Außencafés und Restaurants, wo häufig gesessen wird, sollten acht Km/h nicht überschritten werden. Studien, die von der Windspezialfirma RWDI durchgeführt wurden, haben die bestehende Lawson-Skala modifiziert. Diese besagte, dass Geschwindigkeiten zwischen 29 und 32 Km/h für einen „Business Walk“ in Ordnung seien – die neue Skala befindet mehr als 29 Km/h als unangenehm.

Berlins Nahverkehr und das Lied des Graffiti

Die Lokalzeitung Morgenpost berichtete in einem Artikel über die steigende „Vandalismusrate“ im Nahverkehr von Berlin. Die deutsche Hauptstadt ist für ihre florierende Graffiti-Szene bekannt, inklusive eines stetigen Zustromes an Szenetouristen. Neben den unzähligen Graffiti in den Kiezen, sind die prägend gelben U-Bahnwägen, aber auch der Nahverkehr von den Sprühern begehrte Flächen. Das Internet steuert mit den sozialen Netzwerken wie Instagram der steigenden Beliebtheit bei. Dabei kommt es im Jahr zu einigen „Wholecar„-Aktionen, bei welchem bei Tage die Bahn angehalten wird und ein ganzer Personenwagen binnen Minuten unter dem Lack der Sprühdosen verschwindet. Die Morgenpost meldet, dass die Deutsche Bahn dabei bis zu 3000 Anzeigen pro Jahr wegen Graffiti erstattet. Auf das Jahr im Durchschnitt acht pro Tag. Zwei Drittel der Meldungen fallen auf Züge während das andere Drittel sich auf das zu den Bahnhöfen gehörende Gelände bezieht. Urbanauth hatte bereits dazu in seinem Artikel „BVG und Graffiti“ berichtet. Dem Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe Jannes Schwentu zufolge, fiele ein bemalter Zug zwangsläufig 24-Stunden aus. Vor allem im Falle einer kompletten Neulackierung, wenn die Schutzfolien sich abgenutzt haben, wird es teuer für den Bahnbetrieb.

Hip-Hop für die Jugend aus den Favelas

Das Community Reporting Projekt Rio on watch haben für ihren Artikel Hip Hop in the Baixada den Hip-Hop Tänzer ZULU begleitet. Mit seinem Projekt Cypher na rua, ermöglicht er Kindern und Jugendlichen in der Mesorregião Baixada von Rio de Janeiro, Hip-Hop Tanzen zu lernen. Eine Cypher bezeichnet die Zusammenkunft von Akteuren der Hip-Hop Szene zum Tanzen, musizieren oder sprühen. Der Artikel geht dabei vor allem auf die Gemeinschaft-stiftenden Vorteile für Jugendliche ein.

Diese journalistisch tätige NGO ist dabei der Nachgänger von Rio Olympics Neighboorhood Watch (2010-2016) welche sich im Rahmen der Austragung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, Brasilien, mit den Auswirkungen auf das Leben der Menschen in den Favelas auseinandersetzen. Ab 2017 mit dem Ende der Spiele adaptierte Rio on watch ihre redaktionelle Leitlinie. Das Leben in den armen Teilen der Megalopolis steht dabei weiterhin im Vordergrund ihrer Berichterstattung.

Dieser Artikel ist in Englisch und Französisch verfügbar.

Weekly Urbanauth 33: E-Roller Verbot, sterbende Innenstädte in England und ein französischer Journalismus der in der Krise steckt

Weekly Urbanauth 33: E-Roller Verbot, sterbende Innenstädte in England und ein französischer Journalismus der in der Krise steckt

Die wichtigsten News auf einen Blick – Unsere wöchentliche Presserevue der Kalenderwoche 33. Verbot von E-Rollern in Mailand, sterbende Innenstädte in England, bald neue Hausbesetzungen in Berlin, sowie der französische Journalismus der in der Krise steckt – Unsere Zusammenfassung der wichtigsten Nachrichten.

Stadt und Mensch

Sterben Englands Innenstädte aus?

10,3 Prozent lautet die alarmierende nationale Leerstandsquote vom Juli. Damit erreicht die Zahl der leeren Geschäfte in den Innenstädten Englands laut dem BRC (British Retail Consortium) Springboard-Frequenzmonitor seit 2015 den höchsten Stand, so berichtet Independent.

Laut Helen Dickinson, Chief Executive des BRC, waren die Einzelhändler mit einem herausfordernden Umfeld konfrontiert. Vielfach ausserhalb der Stadt gelegene Retailparks würden erfolgreich die Lücke zwischen Komfort und Erfahrung, welche immer mehr die Verbrauchernachfrage dominiere, schliessen. Zugängliche Einkaufsumgebungen mit kostenlosen Parkplätzen und einfachen Click-and-Collect-Möglichkeiten für Online-Einkäufe würden kombiniert mit Cafés, Restaurants und möglicherweise sogar Freizeiteinrichtungen – was zu einem verbesserten Erlebnis führe.

So schnitten ausserhalb gelegene Shopping Malls im letzten Monat mit einem Anstieg der Besucherzahlen von 1,2 Prozent besser ab als dies bei den Frequenzen der Hauptstrassen der Fall war: Diese ging im vergangenen Monat um 2,7 Prozent zurück, währenddem die innerstädtischen Einkaufszentren einen noch grösseren Verlust von 3,1 Prozent zu verzeichnen hatten.

Hauptstrassen und Stadtzentren spielen eine wichtige Rolle in den lokalen Gemeinschaften, sagt Dickinson und fügt hinzu, dass „wir uns über den Anstieg der leeren Ladenfronten Sorgen machen sollten“. Es brauche einen sofortigen Zinssenkungsstopp und die Festsetzung der Übergangshilfe.

„QueerUnity“ – Ein Novum für Niedersachsen

Wie die Taz berichtete soll es bald ein queeres Jugendzentrum in Hannover geben. Initiator des Projektes ist der Verein Andersraum, welcher bereits ein queeres Zentrum leitet und die Jugendlichen betreute. Jedoch war das Angebot zwecks des Mangels an Platz und Mitgestaltung eingeschränkt, weswegen es bald eigene Räumlichkeiten für queere Jugendliche geben wird. Die Stadt Hannover sagte einer Unterstützung von 50.000 Euro zu, wobei alle Parteien ausser der rechtsgerichteten AfD das Projekt willkommen hiessen. Der Name „QueerUnity“ wurde dabei von den Jugendlichen ausgewählt und soll ihnen auf 120m² einen Schutzraum zur freien Entfaltung geben. Eine sinnvolle Massnahme, da queere Jugendliche in ihrem Alltag an vielen Orten Diskriminierungen ausgesetzt sind.

Hong Kong – Trump droht mit wirtschaftlichen Maßnahmen für Peking und ein Mitarbeiter des britischen Konsulats wird vermisst

Die Proteste in Hongkong dauern weiter an und nachdem letzte Woche der Hongkonger Flughafen für 48 Stunden gesperrt war und fast tausend Flüge gestrichen worden sind, warnt Trump die chinesische Regierung vor einem gewalttätigen Einschreiten gegen die Demonstranten. Er twitterte am 14. August, dass er sicher sei, falls der chinesische Präsident Xi das Hongkong-Problem schnell und human lösen wollen würde, könne er das. Außerdem ließ Trump am 18.August verlauten, dass es für ihn „sehr schwierig“ sei sich auf ein Handelsabkommen mit China zu einigen, falls Xi keine friedliche Lösung für die nun schon seit fast 3 Monaten andauernden Proteste in Hongkong finde. Angesichts zunehmender Polizeigewalt und willkürlichen Verhaftungen, sowie Truppenbewegungen nahe der Grenze zu Hongkong, stellt sich tatsächlich die Frage, wie weit China gehen wird. So soll die chinesische Regierung mit dem Verschwinden eines britischen Konsulatsmitarbeiters in Verbindung stehen, wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete. Der Mann wird seit dem 8. August vermisst, seitdem er nach einem Treffen im südöstlichen Teil Chinas gelegenen Shenzhen die Grenze zu Hongkong überschreiten wollte. Das Verschwinden des Mannes steht wohl im Zusammenhang mit der Warnung Pekings, London solle sich nicht in die aktuelle Lage einmischen.

Stadt und Mobilität

Mailands E-Scooter müssen vorerst weichen

Mit Ausnahme von privat genutzten E-Tretrollern müssen alle andern, von Sharing-Anbietern bereitgestellten Scooter innert drei Tagen aus dem öffentlichen Raum entfernt werden, lautete die Anweisung der Kommunalverwaltung am 14. August. Diese Information wurde von einer Pressesprecherin gegenüber der deutschen Presse-Agentur nach einem Bericht der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera bestätigt, und im Tagesspiegel veröffentlicht.

Bis zur Wiederaufnahme der Tretroller-Vermietung brauche es weitere Regelungen, die in den kommenden Wochen ausgehandelt werden sollen – um ein sicheres Angebot zu schaffen. Bisher ist das Fahren dieser Vehikel auf maximal sechs Stundenkilometer in der Fussgängerzone beschränkt. Künftig sollen sie aber auch auf Fahrradwegen oder in 30er Zonen mit bis zu 20 km/h herumrollen können (unter Voraussetzung einer genügend grosser Anzahl an Hinweisschildern).

In Paris ist der Gebrauch von E-Tretrollern ebenfalls eingeschränkt. Auf Gehwegen sind sie nicht mehr zugelassen. Anfang August schrieb der Tagesspiegel, dass auch die Bürgersteige Berlins von den Scootern befreit werden sollen; unter anderem hat die Polizei dort bereits 38 Verkehrsunfälle registriert.

Urbaner Raum und Aneignung

#Besetzen will sich Ende September Berlin zurückholen

Auf dem Twitter-Account der BesetzenBerlin, einer losen Gruppe von Hausbesetzern, welche in Bezug zum Hashtag #besetzen stehen, wurde am 14. August eine Pressemitteilung veröffentlicht. So sollen im Rahmen der Aktionstage „Tu mal wat!“ vom 26. – 29. September verschiedene Häuser besetzt werden. Unter dem Motto „Stadt von Unten“ setzen sich die Aktivisten dafür ein, die Bedürfnisse der ansässigen Menschen, sowie eine grössere Mitbestimmung im Zusammenhang mit der Stadtgestaltung in den Vordergrund zu stellen.

Raumkontrolle

Kameras in U-Bahn-Wägen Stockholms: Ein Segen für alle?

The Local informiert: Die Bahnsteige werden bereits überwacht, was zu einer Einbusse von Kriminalität geführt habe, so Regionalverkehrsrat Kristoffer Tamsons. Nun sollen in den 271 Stockholmer U-Bahn-Wägen Kameras installiert werden, damit auch Vergehen innerhalb der Waggons auf frischer Tat erfasst werden können. Bei Bedarf helfen die Kameras, welche mit dem Sicherheitszentrum des öffentlichen Nahverkehrs in Stockholm verbunden sind, auch den Fahrgästen.

Normalerweise müssen öffentliche Verkehrsbetriebe in Schweden eine Genehmigung beantragen, um Kameras in öffentlich zugänglichen Bereichen zu installieren. Das Stockholmer U-Bahn-Netz bildet da jedoch eine Ausnahme.

Wo ist Steve ? Betroffene des fatalen Abends packen aus

In der nah am Atlantik gelegenen französischen Stadt Nantes führte ein umstrittener Polizeieinsatz während der Fete de la musique zu medialer Aufmerksamkeit. Das Fest der Musik ist eine Veranstaltung, an welcher in ganz Frankreich bis spät in die Nacht musiziert und gefeiert wird. Doch dieses Jahr sollte ein dunkles Ereignis den sonst so lebensfrohen Verlauf beschatten. Am Rande des stark fliessenden Flusses Loire feierten junge Menschen zu elektronischen Beats, als die Polizei ohne Vorwarnung entscheidet die Feier zu beenden. Im Nachfolgenden wurden dem Verein Media’Son zufolge 33 Tränengas- und 10 Dispersionsgranaten sowie 33 Schüsse mit Flashballs/LBD (Gummigeschosse, welche seit dem Beginn der Gilets Jaunes-Bewegung eingesetzt und zu 14 verlorenen Augen führten) verwendet.

Absolut unvorbereitet auf diesen überproportionierten Gewaltakt von Seiten der Polizei führte dies zu einer Massenpanik mit fatalen Folgen. Die Zeitung Le Journal du Dimanche erhielt Einblicke in 148 Aussagen von Betroffenen und schildert die Eindrücke des fatalen Abends, an dem 14 Personen in die Loire fielen. Darunter Steve Maia Canico, welcher in den Strömen des Flusses ertrunken ist. So wird die Situation als äusserst chaotisch beschrieben: Menschen, welche zuvor schliefen, wachten in einem Nebel von Tränengas auf, während von überall her Schreie ertönten.

Die französische Polizei gerät damit immer mehr in Kritik, da bereits während der Bewegung der Gilets Jaunes ein extrem hohes Mass an Polizeigewalt festgestellt wurde. Kontrovers: Die IGPDN, die französische Kontroll- bzw. Aufsichtsbehörde für Polizeikräfte, sehr effektiv bei der Verfolgung von Beamten welche zum Beispiel Material stehlen oder den Ruf der Polizei beschmutzen, scheint jedoch auf der anderen Seite nicht in der Lage zu sein, Polizeigewalt zu erkennen.

Stadt und Umwelt

Blue City Projekt als Aushängeschild für Rotterdams Nachhaltigkeitsplan

Das BlueCity-Projekt in Rotterdam zielt auf die Wiederverwertung von Abfällen ab. Ein ehemaliges Wellness-Luxus-Spa in der Stadt Rotterdam wurde in ein riesiges High-Tech-Labor für Abfallrecycling umgewandelt. Ingenieure, Biowissenschaftler, Züchter, Brauer, Archäologen, Caterer, Zimmerleute, Geschichtenerzähler und Designer sind hier unter einem Dach untergebracht, um ein Ökosystem zu schaffen, das Ressourcen teilt und Abfälle in einem Versuch „kreisförmiger Wirtschaft“ wiederverwendet. Kunststoff und Metall werden zerkleinert und mit Hilfe von 3D-Druckern als brandneue Produkte wiedergeboren. Würmer kompostieren den gesamten organischen Abfall in BlueCity. Dieses Projekt zielt darauf ab, eines der größten Probleme unseres Jahrhunderts zu lösen, nämlich die enorme Menge an Kunststoffabfällen, die die Menschheit produziert. Weltweit werden nur weniger als 10% davon recycelt. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass es nicht nur Künstler gibt, die auf dieses Thema aufmerksam machen, sondern auch die Gemeinden beginnen zu handeln. Rotterdam plant, bis zum Jahr 2050 eine Führungsrolle in der kreisförmigen Wirtschaftsbewegung einzunehmen. Und es gibt noch mehr gute Nachrichten: Rotterdam ist nicht die einzige Stadt mit kreisförmigen Innovationszentren in Europa. Es gibt De Ceuvel in Amsterdam, CRCLR in Berlin, SPACE10 in Kopenhagen oder Sustainable Workspaces in London.

In eigener Sache – Journalismus

Frankreichs Journalismus in der Krise ?

Die französische Verwertungsgesellschaft für das Urheberrecht von Autoren, die SCAM hat zu Anfang des Jahres 3771 Journalisten zu ihrer Situation und Meinung über ihr Berufsbild befragt. In dem daraus entstandenen Papier mit dem Titel: Journalisten – Autoren oder Zulieferer von Inhalten? wurden dabei mehrere eklatante Probleme festgestellt. In unserem Artikel: Ist die Pressefreiheit in Gefahr? hatten wir uns bereits diese Frage gestellt. Mit dem Bericht der SCAM wird das Problem jedoch auf mehreren Ebenen deutlich.

Der Bericht hebt dabei hervor, dass vor allem die Arbeitsbedingungen und Prekarität ein zentrales Problem darstellen. Die Arbeitswelt eines französischen Journalisten hat sich dabei die letzten Jahre stark verändert. Wo einst Festanstellung gang und gäbe waren, ist es nun das Freelance. Der Vorteil für die Arbeitgeber: Keine Sozialabgaben sowie zusätzliche Vergütungen wie das 13. Gehalt. Für Journalisten jedoch heißt dies allzu oft aus finanziellen Gründen Nebenjobs einzugehen. Besonders schlimm trifft es dabei Frauen, welche weniger Gehalt bekommen und oft von Posten zu Posten geschoben werden.

Aber auch das allgemeine Berufsimage ist ein großer Punkt der Unzufriedenheit. Dies kann dabei die Prekarität sein, welche im Gegensatz steht zum prestigereichen Bild des Journalisten, aber auch im Fall der Freelancer, der Sachverhalt, das in den Mediensitzen die Inhalte zurecht geschnitten werden und dabei wichtige Videosequenzen herausgenommen werden.

Unsere Presserevue ist in Französisch und Englisch verfügbar.

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In Zeiten der Meeresverschmutzung durch Plastik

In Zeiten der Meeresverschmutzung durch Plastik

Ein Spaziergang an der Küste soll helfen, Stress abzubauen. Die Geräusche von Wellen, die zusammenbrechen und die untergehende Sonne, können eine friedliche Umgebung ermöglichen. Allerdings muss man sich heutzutage mit etwas anderem beschäftigen. Flaschenhalter, Klingen aus Nylon und Kunststoffscherben umgeben uns. Menschliche Abfälle ersetzten Steine, Kieselsteine und Muscheln.

Bakelit, der erste synthetische Kunststoff, wurde 1907 entwickelt. Von diesem Moment an schien die Zukunft der Welt gefährdet zu sein. Laut einem UN-Bericht fließen jedes Jahr 13 Millionen Tonnen Kunststoff in die Ozeane. Und wegen ihrer Langlebigkeit und Unzerstörbarkeit lassen sich Kunststoffpolymere über hundert Jahre lang zersetzen. Die enorme Menge dieses synthetischen Materials im Meeresboden beeinflusste das Ökosystem des Ozeans und löste eine neue Epoche aus: die Ära der Meeresverschmutzung durch Plastik.

Mandy Barker, eine internationale Fotografin, realisierte einen Fotobericht über Abfälle. Ihr zufolge kann die Kunst die Menschen verbessern, um dieses massive Problem leichter zu verstehen. In diesem speziellen Fall ist die Fotografie ein nützliches Werkzeug, um über die schädlichen Auswirkungen der Verschmutzung durch Meereskunststoffe zu berichten. Darüber hinaus trägt es dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein zu verbessern und hoffentlich den Aktivismus der Menschen zu fördern. Der Zweck von Mandy Barker ist offensichtlich:

„Kunst ist eine Form der Kommunikation, die die Fähigkeit hat, zu bilden, zu informieren und das Bewusstsein zu schärfen, in meinem Fall über den übermäßigen Verbrauch von Plastik, das ins Meer gelangt, und seine schädlichen Folgen.“

Wie das Bulletin für Meeresverschmutzung hervorhebt, haben die negativen Auswirkungen der Kunststoffverschmutzung Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Wohlbefinden der Menschen. Schiffsmüll ist zweifellos eine Quelle von Umweltstress. Sie führt zu einer übermäßigen Verschlechterung des aquatischen Milieus. Im Gegenzug werden die Menschen Schwierigkeiten haben, Aktivitäten durchzuführen, die im Zusammenhang mit sauberem Wasser stehen.

Aber wie können wir diese globale Katastrophe stoppen? Wie können wir zum Erhalt von Wasser und Biodiversität beitragen? Forscher der Universität Tel Aviv haben einen nachhaltigen, biologisch abbaubaren Kunststoff mit Algen hergestellt. Die Lösung für den wachsenden Kunststoffverbrauch besteht darin, die Polymere in den einzelligen Meeresorganismen zu verwenden. Die aus diesem speziellen Kunststoff gefertigten Objekte werden billig sein und sich schnell zersetzen.


Der marine Biokunststoff kann zu einer revolutionären Entdeckung nicht nur für die Ozeane, sondern auch für unsere eigene Gesellschaft werden. Dieser Öko-Kunststoff könnte für eine Vielzahl von Aktivitäten eingesetzt werden, einschließlich der Bekleidungsherstellung oder der Lebensmittelverpackung. Diese Innovation repräsentiert die menschliche Rolle in unserer Gesellschaft: die Fähigkeit, ein Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Umweltverträglichkeit zu finden.

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