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USA: So will Biden’s Infrastrukturplan die USA zukunftsfähig halten

USA: So will Biden’s Infrastrukturplan die USA zukunftsfähig halten

Vereinigte Staaten von Amerika. In den USA wurde Präsident Biden’s überparteilicher Infrastrukturplan verabschiedet. Im November 2021 validierte der Kongress des Landes den Infrastrukturplan. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 1,2 Billionen US-Dollars in die veraltete Infrastruktur der USA investiert werden. Wir erklären euch, was Bidens Infrastrukturplan beinhaltet und wohin das Geld investiert wird.

Nahezu ein Jahr wurde heiß über diesen Infrastrukturplan diskutiert, welcher auch als „Bipartisian Infrastructure Deal“ bekannt ist. Doch schlussendlich obsiegte das Argument, die Infrastruktur trotz einer hohen Verschuldung zu erneuern und die Städte besser auf den Klimawandel vorzubereiten. Neben der Erneuerung von Straßen und unter anderem 45.000 instandsetzungsbedürftigen Brücken wird ein Großteil der Gelder in Mobilität investiert. Aber auch die Erneuerung der Wasserleitungen und das Wassermanagement, sowie die Reinigung von „Superfund-sites“, mit Altlasten kontaminierten Orten wie zum Beispiel ehemalige Fabriken, dem Bergbau oder illegalen Mülldeponien.

USA: Was ist Biden’s Infrastrukturplan?

Mobilität – Öffentliche Verkehrsmittel

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Mehr Bus und Bahn: Ein ikonischer Zug der Amtrak befördert Personen in die Ferne. (Foto: pxhere / CC0 Public domain)

Mit einem Geldumschlag von 66 Milliarden US-Dollar sollen die öffentlichen Verkehrsmittel erneuert werden. Unter anderem soll der Bestand an Bussen erneuert und durch CO₂-neutrale Alternativen ersetzt werden. Außerdem werden den Schul-Distrikten Gelder zur Verfügung gestellt, um in emissionsfreie und emissionsarme Schulbusse investieren zu können. Der Wandel weg vom Auto zu mehr öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Schritt zu mehr Klimagerechtigkeit. Durch die erhöhte Mobilität wird ein wichtiger Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit geleistet, während der CO₂-Ausstoß langfristig verringert wird.

Elektromobilitätswende

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Nordamerikanische Infrastruktur: mehrspurige Highways und Wolkenkratzer. (Foto: Jaysen Trevino/ CC-BY 2.0 / Chicago / 2010)

Mit 7,5 Milliarden Dollar soll die Elektromobilitätswende vorangetrieben werden. Dabei planen die USA in Bidens Infrastrukturplan ihr erstes, nationales Netz an Ladestationen für E-Autos. Neben dem Ausbau der städtischen Infrastruktur, sollen dabei auch Ladestationen an den Highway-Korridoren entstehen, um längeres Reisen zu erleichtern. Die USA entscheiden sich in ihrer Elektromobilitätswende bewusst für E-Autos, statt wie die EU, welche auch Alternativen wie Wasserstoff als zukunftsfähig erachtet.

Biden’s Infrastrukturplan für die USA: Modernisierung und Resilienz

Um die Wettbewerbsfähigkeit der USA zu erhalten, sollen auch die Häfen und Flughäfen modernisiert werden. Um Reparatur- und Wartungsrückstände zu beseitigen, sowie die anliegende Verkehrsinfrastruktur auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen anzupassen, werden diese landesweit mit jeweils 17 Milliarden und 25 Milliarden US-Dollars subventioniert.

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Auch modernisierungsbedürftig: Straßen und Brücken in den USA. (Symbolfoto: Andrew Jameson / Wikimedia / 2010 / Flint, MI)

In Sachen Klima und urbane Resilienz stellt Bidens Infrastrukturplan die größte Investition in der US-amerikanischen Geschichte dar. Der Klimawandel wird dabei offiziell als Bedrohung für die Infrastruktur und Städte anerkannt. Deswegen werden 50 Milliarden US-Dollar zur Vorbeugung von Dürren, Hitze und Überflutungen bereitgestellt. Doch auch die Modernisierung der Wasserleitungen und des Wassermanagements steht im Vordergrund. So sollen alle bleihaltigen Wasserleitungen des Landes ersetzt werden. Mit 55 Milliarden US-Dollar soll so die amerikanische Wasserkrise bekämpft werden. Ungefähr zehn Millionen Bürger der USA sind von unsauberen Wasserzugängen betroffen. Die indigenen Völker und diskriminierten Bevölkerungsschichten und Räume sollen dabei ebenso von dem Infrastrukturplan profitieren.

Doch auch in Sachen Umweltschutz wird die nächsten Jahre vieles in den USA passieren. Für die Reinigung von Industriebrachen und „Superfund-sites“ sollen 21 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden. Genug, um zumindest einige der nordamerikanischen Umweltsünden zu beheben.

Der Infrastrukturplan, um die USA zukunftsfähig zu halten

Schlussendlich liefert Bidens Infrastrukturplan auch ein kräftiges Bekenntnis hin zu erneuerbaren Energien und dem notwendigen Ausbau des Stromnetzes. Außerdem sollen Gelder für Forschung bereitgestellt werden, um die Flexibilität und Resilienz der Infrastruktur zu fördern. Insgesamt sollen hierfür 65 Milliarden investiert werden.

Biden’s Infrastrukturplan ist ein ambitioniertes Vorhaben, um die veraltete Infrastruktur der USA zu modernisieren. In Hinblick auf Gewährleistung von sauberen Trinkwasserzugängen eine lange fällige Maßnahme. Doch vor allem das Bekenntnis zu mehr erneuerbaren Energien und die Elektromobilitätswende sind hervorzuheben. Die Abkehr vom Öl als treibenden Wirtschaftsmotor hin zur Elektromobilität markiert einen wichtigen Abschnitt für die zukünftigen Entwicklungen in Nordamerika.

Ökologische Stadtviertel in Frankreich: nachhaltige Stadtentwicklung mit den Écoquartiers

Ökologische Stadtviertel in Frankreich: nachhaltige Stadtentwicklung mit den Écoquartiers

Stadtentwicklung. Die Auswirkungen des Klimawandels treffen zunehmend unsere urbanen Lebensräume. Die französischen „Écoquartier„, ökologische Stadtviertel, sollen Abhilfe verschaffen und einen Beitrag zum Bau von Klima-resilienten Städten leisten. Diese ermöglichen eine umweltbewusste Bauweise. Wie diese zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen, erfährst du im folgenden Artikel.

Ökologie und Nachhaltigkeit in die Stadtplanung miteinzubeziehen, liegt im Zeitgeist. Vor allem Großstädte wie Amsterdam mit seinem steigenden Meeresspiegel oder Paris und seine urbanen Hitzeinseln sehen sich bereits konkreten Folgen des Klimawandels ausgesetzt. Die Städte von Morgen müssen sich nun auf die Herausforderungen vorbereiten. Denn die Auswirkungen des Klimawandels: Waldbrände, Erdbeben, Überschwemmungen und Hitze, treffen nun auch vermehrt urbane Ballungsräume.

Die französischen“Écoquartier“ sollen helfen. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt der französische Staat diese Art des ökologischen und partizipativen Umdenkens in der Stadtplanung und Entwicklung von nachhaltigen Wohn-, Arbeits- und Freizeitorten.

Ökologische Stadtviertel: nachhaltige Stadtentwicklung mit den französischen Écoquartier

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Blick auf das Écoquartier Clichy-Batignolles in Paris. Direkt an der Zugstrecke La Defense – Saint Lazare liegt die Bahnhofstation Pont Cardinet, welche an das neue Stadtviertel angrenzt. Nachhaltige Stadtentwicklung auf Französisch! (Foto: Urbanauth / VGO / 2019)

Das Siegel für ökologische Stadtviertel

Das „EcoQuartier“-Siegel gewährleistet die Einhaltung der Verpflichtungen und schafft gleichzeitig umweltfreundliche und nachhaltige Orte, an denen es sich gut lebt.

Seit 2012 definiert die offizielle Website der französischen Regierung ein ökologisches Stadtviertel wie folgt: „[…] ein vielschichtiges Stadtentwicklungsprojekt, das alle Fragen und Prinzipien nachhaltiger Städte und Gebiete integriert.“ Und die Öko-Viertel versuchen zu halten, was sie versprechen! Die Treibkräfte urbaner Innovation sind ökologisch intelligent geplant.

Zwischen Finanzkontrolle und partizipatorischem Prozess, Bürgermobilisierung und Berücksichtigung von Nutzerpraktiken und Bürgererwartungen: die Liste ist lang! Um das Écoquartier-Siegel zu erhalten, müssen 20 Verpflichtungen erfüllt werden.

Bis zum Erhalt des Écoquartier-Siegels, ist es ein langer Weg. Die vom französischen Ministerium festgelegten Schritte bestehen aus vier Phasen. Am Anfang steht die Unterzeichnung der Charta der ÉcoQuartier, die eine Studienphase des Projekts durch die lokalen Behörden einleitet. Es folgt die Baustellenphase, die eine Reihe von Spezifikationen beachten muss. Anschließend wird eine Expertise durchgeführt und die Einhaltung der Vorschriften überprüft. Wenn das Ökoquartier ausgeliefert wurde oder sich in der Endphase befindet, wird eine weitere Expertise durchgeführt, die den Weg für das Label „Écoquartier – Stufe 3“ öffnet.

Drei Jahre später wird eine neue Konsultation organisiert. In dieser wird ein Selbstbeurteilungsverfahren durchgeführt, in denen die Bewohner das Wort erhalten. Untersucht wird: die Erfüllung der Verpflichtungen. Die Art und Weise, in der die Umsetzung des neuen Wohnraumes von seinen Bewohnern akzeptiert wird, sowie die potenziellen Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung des Stadtteiles.

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Ein neuer Großstadtdschungel? Begrünte Dächer, Niedrigenergiebauweise und offene Plätze. So könnten in Frankreich die Stadtteile von morgen aussehen. (Symbolfoto: Urbanauth / VGO / 2020)

Intelligent bauen in der Stadt von Morgen:
die Écoquartier, ökologische Stadtviertel entwickeln sich am Puls der Zeit

Die Entwicklung urbaner und zugleich ökologischer Stadtteile in Zeiten des Klimawandels wird zu einem wichtigen stadtplanerischen Bedenken. Berücksichtigt werden lokale Gegebenheiten wie die Gefahr von Erdrutschen, Bränden oder Wärmefeldzonen. Der städtische Lebensraum von Morgen muss in der Lage sein, sich auf eine sich-verändernde klimatische Umgebung anzupassen.

Die landschaftliche und architektonische Harmonie spielt eine wichtige Rolle. Sie zielt darauf ab, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, aber auch die Identität der Stadt und ihr kulturelles Erbe hervorzuheben. Ein Vorteil der französischen Stadtentwicklung ist die Herangehensweise. Vorzugsweise werden große Areale komplett neu entwickelt. Dies ermöglicht es, das Gesamtbild von Stadtvierteln harmonisch abzustimmen.

Ökologische Stadtviertel werden großflächig entwickelt. Dadurch kann in der Planung die Organisation und Verteilung von öffentlichen Räumen in Form von Parks oder Grünkorridoren leichter berücksichtigt werden. Dies ist der Fall bei den revitalisierten Industriebrachen wie der Ile Seguin oder dem Öko-Viertel Clichy-Batignolles mit seinem Martin Luther King Park. Projekte dieser Größenordnung erfordern tiefgreifende Konsultationen und Studien.

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Moderne Architektur: Blick auf einen Innenhof im frisch entwickelten Sektor Saussure-Pont Cardinet. (Symbolfoto: Urbanauth / VGO / 2020)

Die Ökologie im Herzen der Stadt von Morgen

Ökologisches Bauen ist die Antwort auf zwei große Herausforderungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Um die Treibhausgasemissionen von Gebäuden zu begrenzen, werden diese Energie-effizient gebaut. Wie beim Passivhaus durch seine Ausstattung und Isolierung besitzen die französischen ökologischen Viertel eine niedrige Energiebilanz.

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Bald grün! Eine vegetalisierte Fassade im frisch fertiggestellten Écoquartier Clichy-Batignolles / Paris 17. Bezirk. (Photo : Urbanauth / VGO / 2020)

Das Label Écoquartier fördert den schonenden Umgang mit Ressourcen wie Baumaterialien, Wasser und Strom. Möglichkeiten umweltbewusst zu bauen existieren. Nachhaltiges Bauen durch Verbesserung der Gebäudehüllen und Dämmung ermöglichen eine thermische und energetische Effizienz. Dank einer Niedrigenergiebauweise sinkt der Heizwärmebedarf. Während erneuerbare Energien, durch Fotovoltaikanlagen auf Dächern und der Nutzung von Erdwärme, zusätzlichen Strom liefern. Auffangsysteme für Regenwasser helfen den Wasserbedarf zu entlasten.

Unter Berücksichtigung der „Grauen Energie“, dem Energieaufwand, fällt der Energiepreis, den eine Ressource in ihrem Lebenszyklus verbraucht. Dies umfasst ihre Herstellung, Transport, Lagerung, Verwendung und Entsorgung. All diese Schritte erzeugen CO2 und hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck. Durch verschiedene Maßnahmen kann dieser gesenkt werden: Recycelte oder lokale, umweltfreundlich produzierte Baumaterialien stellen Alternativen zum Import von Rohstoffen dar. Ein anderer Ansatz besteht darin, die Abfallproduktion zu begrenzen und alternative Methoden der Rückgewinnung und des Recyclings zu fördern.

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Vielfältige Architektur. Das ökologische Stadtviertel Clichy-Batignolles im Norden von Paris beeindruckt durch eine vielfältige Architektur. Kein Gebäude gleicht dem Anderen und dennoch reihen sie sich in ein harmonisches Stadtbild ein. (Foto: Urbanauth / VGO / 2019)

Das ökologische Stadtviertel als treibende Kraft für nachhaltige Innovationen

Nachhaltige und umweltfreundliche Innovationen. Die ökologischen Viertel in Frankreich sind Fundgruben für urbane Erfindungen. Vor Ort werden Sensoren installiert, um die Emissionen von Gebäuden zu messen. Die Verwendung von Big Data in der SMART-City hilft, die Stadt zu einem quantifizierbaren Ort zu machen. Einmal installiert, dienen diese Anlagen zur Messung und Verbesserung des Energieverbrauchs. So kann potenziell der Energiebedarf und der Umgang mit den Ressourcen optimiert werden.

Ein weiterer Schritt zur nachhaltigen Stadtentwicklung ist es, den Zugang zu öffentlichen und kollektiven Verkehrsmitteln zu erleichtern. Dies ermöglicht es, Autos in der Nachbarschaft zu verringern und leistet einen Beitrag zur Luftqualität. So ist es nicht verwunderlich, dass Fußgängerzonen in den Écoquartieren keine Seltenheit sind.

Ökologische Stadtviertel sind eine treibende Kraft für die zukünftige, urbane Resilienz von Städten. Nachhaltig und gesellschaftlich wertvoll: Das Label „ÉcoQuartier“ dient als Qualitätsgarantie. Genauso wie die Zufriedenheit seiner Bewohner. Die neuen ökologischen-Viertel unterstützen eine kontinuierliche Erneuerung der französischen Architektur und gewährleisten vor allem ein hervorragendes und nachhaltiges Lebensumfeld!

Städte im Wasserstress

Städte im Wasserstress

Wasserstress ist ein globales Phänomen und betrifft sowohl Städte in Europa als auch in Asien, Afrika oder Amerika. Urbanauth ging diesem urbanen Phänomen auf den Grund.

So wird zum Beispiel die Wasserquelle von Mexiko City immer wieder von Dürreperioden heimgesucht. Folglich kündigte die Regierung der 21 Millionen Metropole an Mitte 2019 die Wasserversorgung in einigen Stadtteilen auszusetzen. Allerdings ist dies eine häufige Situation in einer Stadt, in der mehr als 200 Tausend Menschen nicht einmal einen Anschluss an das hydraulische Netz haben. Auch sind jährliche Überschwemmungen und ein undichtes Leitungsnetz an der Tagesordnung und die Wasserwirtschaft hat bei Politikern Priorität.

Ein ernstes Problem: Wasserstress in Städten

Laut UNO leben heute 55% der Bevölkerung in Städten; bis 2050 wird diese Zahl um ca. 13% steigen, und ihr Wasserbedarf wird voraussichtlich bis 2030 um 40% steigen.

Um den Herausforderungen des städtischen Wachstums und des Klimawandels zu begegnen, hat die UNO 17 internationale Ziele vorgeschlagen, zu deren Erfüllung sich die Länder bis 2030 verpflichtet haben. Sie werden SDGs (the Sustainable Development Goals) genannt und sind ein weltweites Bemühen um die Verbesserung der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen.

Innerhalb der SDGs bezieht sich das 11. Ziel speziell auf nachhaltige Städte und Gemeinden. Ihre Entwicklung umfasst eine Vision von Umwelt, Energieeffizienz, Lebensqualität, Gerechtigkeit und Integration. Im Zusammenhang mit Ziel 11 ist „water management„,das Wassermanagement, eine der größten Herausforderungen für Stadtplaner, sowohl für die Haus- als auch für die Entwässerungssysteme.

Wasserstress : Mehrere Städte mit Wasser-bezogenen Problemen leiden unter diesem Phänomen

  • Kapstadt (Südafrika), die möglicherweise die erste Stadt ist, der das Wasser aufgrund der Dürre ausgeht
  • Moskau (Russland), das über die größte Wasserreserve der Welt verfügt – aber durch industrielle Aktivitäten verschmutzt ist
  • London (UK), das Wasser aus den Flüssen Themse und Lea entnehmen muss; oder
  • Tokyo (Japan), dessen Versorgung hauptsächlich aus endlichen Quellen wie Flüssen, Seen und Schneeschmelze erfolgt (US News)

Einige dieser Städte haben bereits damit begonnen, Maßnahmen zur Verhinderung von Wasserkrisen und zur Reduzierung von Wasserstress zu ergreifen. Ein Beispiel ist das Isla Urbana project in Mexiko City, ein Regenwasser-Sammelsystem, das eine Familie bis zu 8 Monate lang nutzen kann. Das Projekt startete 2009 mit dem Ziel, den Zugang zu Wasser in den Stadtvierteln von Mexiko-City zu ermöglichen, in denen die Versorgung häufig unterbrochen ist. Seitdem haben sie 19 Tausend Einheiten installiert und mehr als 700 Millionen Liter Regenwasser gesammelt, was etwa 114 Tausend Menschen zugutekommt.

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Wasser ist lebenswichtig. Deswegen legen Stadtplaner einen besonderen Wert auf Wassermanagement. Wasserstress hat besonders starke Auswirkungen auf die vom Wassermangel (oder Überfluss) betroffenen Bewohner. (Foto: Urbanauth / VGO / 2019)

Ein weiteres Beispiel ist Rotterdam, das zwar keinen Wassermangel hat, aber Überschwemmungsprobleme. Im Jahr 2013 bauten Benthempleinsie ein rainwater square, das aus drei Esplanaden besteht, die unter dem Straßenniveau liegen. Auf diese Weise hält der Benthemplein das Regenwasser zurück und verhindert, dass es das Stadtgebiet überschwemmt und die Kanalisation überlastet. Darüber hinaus fungiert er auch als öffentlicher Raum an Tagen, an denen es nicht regnet.

Was sonst kann Probleme im Zusammenhang mit Wasserstress lösen?

Es ist wichtig, jetzt zu handeln, durch Strategien, Politik, Systeme und Infrastrukturen, die zur Erhaltung der lebenswichtigen Flüssigkeit und der Lebensqualität beitragen. Tokio beispielsweise investiert in sein Leitungsnetz, um den Abfall zu reduzieren; in den Vereinigten Staaten wurden Wassergärten angelegt, das sind Grünflächen, die den auf den Straßen oder Dächern angesammelten Regen zurückhalten und in den Boden filtern.

Es können mehrere Aktionen durchgeführt werden, wie z.B. Sensibilisierungskampagnen in Schulen oder an öffentlichen Orten, Anreize zur Reduzierung unseres Wasserverbrauchs oder sogar das Pflanzen von Bäumen. Um sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen, gibt es Werkzeuge wie das Climate Adaption App. Kurz gesagt ist dies ein Katalog von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, der für Stadtplaner, Designer und die Gesellschaft sehr nützlich sein kann. Darüber hinaus können wir uns auch an den Strategien zur Bewältigung der städtischen Wasserkrise beteiligen.

Lausitz: Der Kampf um die Grube – Klimaaktivismus

Lausitz: Der Kampf um die Grube – Klimaaktivismus

Neben anderen Energieträgern zur Stromproduktion zählt die Braunkohle in Deutschland zu den wichtigsten. Sie macht, laut den Angaben des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums, ungefähr ein Viertel des Gesamtanteils der Stromversorgung aus. Der Wirtschaftswoche zufolge hängen in Deutschland ungefähr 70.000 Arbeitsplätze an dem Abbau und der Verstromung von Braunkohle. Gleichzeitig hat ihr Abbau aber auch verheerende Folgen für die Natur. Am 30.11.2019 setzten sich in Deutschland tausende Klima-Aktivisten gegen eben diesen Braunkohleabbau und für erneuerbare Energien ein.
Das Protestbündnis „Ende Gelände“ rief dazu auf, mehrere Tagebaue im Osten Deutschland mittels Massenprotesten zu blockieren. Die Organisation ist laut eigenen Angaben „ein europaweites Bündnis von Menschen aus vielen verschiedenen sozialen Bewegungen“, das seit dem Jahr 2015 Massenaktionen in deutschen Braunkohlegebieten organisiert.

"EXIT COAL - ENTER FUTURE" steht auf einem ausgerollten Transparent der Klima-Aktivisten.
„EXIT COAL – ENTER FUTURE“ steht auf einem ausgerollten Transparent der Klima-Aktivisten.
Foto: Ende Gelände

Neben einem Tagebau in der Nähe von Leipzig (Sachsen), lagen zwei der Protestschwerpunkte in der südbrandenburgischen Provinz, genauer gesagt in der Lausitz. Sie liegt an der östlichen Grenze Deutschlands zu Polen, entlang der Neiße, einem deutsch-polnischer Grenzfluss, zwischen Berlin und Dresden. Im Fokus der Proteste standen einmal der Tagebau Jänschwalde sowie der Tagebau Welzow-Süd. Die Lausitz ist im Allgemeinen eine strukturschwache Gegend, in der über die letzten Jahrzehnte immer mehr junge Menschen in die Großstadt ziehen, um dort zu studieren oder ihr berufliches Glück zu finden. Man könnte sagen, dass die Region langsam aber sicher ausblutet. So sehen das zumindest viele Menschen die in der Lausitz wohnen. Da beide Tagebaue von der LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG) betrieben werden und diese somit einen Großteil der regionalen Arbeitsplätze stellt, haben viele Anwohner kein Verständnis für die Proteste gegen die Braunkohle. Die Protestler dagegen stammen zwar zum Teil auch aus der Region, aber reisten zu großen Gruppen aus anderen Orten, vor allem aus den nahegelegenen Großstädten Berlin, Dresden und Leipzig, an.

Bereits im Vorfeld gab es Spannungen

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Schon vor den eigentlichen Protesten gab es eine virale Berichterstattung. Erst mobilisierten Fans des nahegelegenen Fußballvereins FC Energie Cottbus mit Transparenten gegen das Protestbündnis „Ende Gelände“, wie der Tagesspiegel berichtete. Cottbus ist mit 100.000 Einwohnern die größte Stadt in der Lausitz, die ebenfalls mit den besagten Problemen zu kämpfen hat. Die Fans des Regionalligavereins (4. Liga) sind in der Vergangenheit mehrfach durch rechtsextreme Vorfälle aufgefallen. Mit Sprüchen wie: „Wann Ende im Gelände ist entscheidet nicht ihr! Unsere Heimat – Unsere Zukunft“ oder „Ende Gelände zerschlagen!“ taten die Fans ihren Unmut gegen die Klima-Aktivisten kund.

Außerdem kursierte ein Bild durch die Medien, bei dem eine Polizeieinheit vor einer bemalten Wand posierte, auf der „Stoppt Ende Gelände“ geschrieben stand. Dies sorgte für eine mehrfache Erwähnung dieses Vorfalls in diversen Tageszeitungen sowie auf den Social-Media-Plattformen, bei dem man der Polizei berechtigterweise einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot vorwarf. Anschließend wurde die Einheit vom Einsatz abgezogen, ein Disziplinarverfahren eingeleitet und die Wand übermalt.

Laut dem RBB, reichte offenbar die Farbe für das Übermalen nicht und so blieben einige Reste des Schriftzugs an der Wand gut sichtbar. Darunter auch der Hummer, dem Wappen der nahe gelegenen Stadt Cottbus, sowie die Buchstaben „DC“. Dies sorgte erneut für Aufsehen, da dieses Kürzel in lokalen rechtsextremen Kreisen als Abkürzung für „Defend Cottbus“ und zusammen mit dem besagten Wappen als Sticker-Motiv für eine klare Positionierung gegen Ausländer und Asylanten genutzt wird.

Der frühe Vogel besetzt die Grube

Dementsprechend angespannt, aber auch motiviert waren die zahlreichen Demonstranten, die bereits zum frühen Morgen mit ihren ersten Aktionen begannen. Mit dem Konzept einzelner Finger, also verschiedener Gruppen von Aktivisten, versuchte man logistisch wichtige Punkte für den Betrieb der Tagebaue zu blockieren. Wie die TAZ berichtete, stand schon um acht Uhr die erste Blockade, nachdem ungefähr 500 Aktivisten in weißen Maleranzügen die Abhänge in den Tagebau Jänschwalde herunter rutschten, um die Grube zu besetzen.

Eine Gruppe von Klima-Aktivisten läuft den steilen Abhang in die Kohlegrube hinunter.
Eine Gruppe von Klima-Aktivisten läuft den steilen Abhang in die Kohlegrube hinunter.
Foto: Jens Voller

Eine Gruppe namens „Anti-Kohle-Kids“ blockierte gemeinsam mit weiteren Personen, darunter geheingeschränkten Menschen, eine Schienenverbindung zum selben Tagebau. Weitere Gleise zum Kraftwerk Jänschwalde wurden ebenfalls von den Klima-Aktivisten blockiert. Circa 400 Menschen vom grünen Finger besetzten dagegen die Grube vom Tagebau Welzow Süd. Diese und andere Aktionen führten dazu, dass die Aktivität des Kraftwerks Jänschwalde runtergefahren werden mussten und Kohlezüge mit verringerter Geschwindigkeit unterwegs waren.

Friedliche Gleisblockade mit körperlich eingeschränkten Menschen.
Friedliche Gleisblockade mit körperlich eingeschränkten Menschen.
Foto: Pay Numrich

Auch Kohle-Befürworter organisierten Veranstaltungen

Laut dem RBB organisierten einige Befürworter der Tagebaue, darunter das Bündnis „Pro Lausitzer Braunkohle“, ebenfalls Veranstaltungen. Bereits am Freitag fand in dem brandenburger Kraftwerk Schwarze-Pumpe ein Familienfest statt. Ebenfalls am Freitag griff die Polizei, Berichten der TAZ zufolge, acht Personen, vermutlich aus dem rechtsextremen Spektrum, in der Nähe einer Mahnwache von „Ende Gelände“ auf. Sie trugen Axtstiele und Quarzsandhandschuhe mit sich. Einige von ihren waren bereits wegen rechter Straftaten polizeibekannt. In Jänschwalde hielt man am Samstag eine Mahnwache für den Erhalt der Kraftwerke ab, in schwarzen  Maleranzügen als Antwort auf die weißen und bunten Anzüge der Aktivisten. Auf einem ihrer Transparente stand unter anderem: „Wir lassen die Lausitz nicht ausradieren“.

Klima-Aktivisten mit weißen Maleranzügen und einem Transparent mit der Aufschrift: "Ob Lausitz oder Rojava, Klimaschutz heißt Antifa!" in der Tagebaugrube.
Klima-Aktivisten mit weißen Maleranzügen und einem Transparent mit der Aufschrift: „Ob Lausitz oder Rojava, Klimaschutz heißt Antifa!“ in der Tagebaugrube.
Foto: Jens Voller

Die Klima-Aktivisten hatten jedoch durchaus Verständnis für die Ängste der Ortsansässigen. So äußerte sich Kaya Fiedel von „Ende Gelände“ während einer Gleisblockade gegenüber dem RBB: „Ich verstehe Menschen in der Lausitz, die Angst um ihre berufliche Zukunft haben und auch die Wut. Ich glaube aber, die Wut richtet sich doch eigentlich eher gegen die Politik, die es Jahrzehnte verschlafen hat, den Strukturwandel ordentlich einzuleiten“.

Mediales Tauziehen

Sowohl in den verschiedenen Nachrichtenportalen als auch in den sozialen Medien kam es vor, während und nach den Protesten zu einem medialen Tauziehen um die Inhalte und Ereignisse des Aktionstages. Der Tagesschau zufolge, sorgte eine Blockade der Gleise unmittelbar vor dem Kraftwerk für entsprechende Aufmerksamkeit, da die LEAG auf Twitter von einem Versuch der Demonstranten sprach, das Kraftwerk zu stürmen.

Die Deutsche-Presse-Agentur sprach davon, dass ungefähr 200 Aktivisten versucht hätten, auf das Gelände des Kraftwerks zu gelangen. Parlamentarische Beobachter von der Linkspartei und den Grünen, die vor Ort waren, wiedersprachen den Darstellungen und versicherten, dass eine Stürmung des Kraftwerks zu keinem Zeitpunkt geplant war. Auch die LEAG stellte am Sonntag nochmal klar, dass sie wohl lediglich der Eindruck der Demonstranten dazu veranlasste, ihre Twitter-Meldung zu verfassen.

Proteste verliefen weitestgehend friedlich

Klima-Aktivisten bemalen sich friedlich die Gesichter.
Klima-Aktivisten bemalen sich friedlich die Gesichter.
Foto: Pay Numrich

Trotz der angespannten Lage in Sachsen und der Lausitz, den politisch gegensätzlichen Standpunkten, den 41 angemeldeten Versammlungen mit bis zu 4000 Teilnehmern und des massiven Polizeiaufgebots von 2700 Beamten verliefen die Proteste weitestgehend friedlich. Zum Abend hin beendeten die Klima-Aktivisten ihre Aktionen. Penibel sammelten die Demonstranten ihren Müll auf, der während den Blockaden entstand. Anschließend reiste man mit Bussen und Zügen wieder ab.

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In einer Pressemitteilung von „Ende Gelände“ spricht man von erfolgreichen Massenaktionen gegen die Klimakriese und für den Kohleausstieg. Der Bündnissprecher Nike Mahlhaus meinte: „Wir sind zufrieden mit der erfolgreichen Aktion und glücklich, dass wir heute ein so starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit setzen konnten. 4000 Klimaaktivisten und Aktivistinnen haben heute gemeinsam Kohleinfrastruktur blockiert„ und kommentiert außerdem: „Wenn politisch Verantwortliche dabei versagen, das Klima und unsere Lebensgrundlagen zu schützen, dann setzen wir den Kohleausstieg selbst um.“.

Singapur: Größtes künstliches Korallenriff ins Meer verlegt

Singapur: Größtes künstliches Korallenriff ins Meer verlegt

Asien / Singapur hat nur ein weiteres, künstliches Korallenriff. In einer gemeinsamen Anstrengung der staatlichen Real Estate Firma JTC und dem Nationalparkamt von Singapur wurde in den Gewässern der Small Sister Insel, südlich von Singapur, das höchste künstliche Korallenriff installiert. So berichtet die Straitstimes, dass dieses Riff Teil von insgesamt 8 Korallenstrukturen ist, welche bis zum Ende des Jahres ins Wasser verlegt werden. Das Projekt wurde unter anderem durch die großzügigen Spenden von elf Unternehmen ermöglicht, welche insgesamt 290.000 $ beitrugen.

Singapur’s künstliches Korallenriff: das „Grow a Reef Garden“-Projekt

Das „Grow-a-Reef-Garden“-Projekt wurde im Mai 2018 verkündet, um die Korallenriffe um Singapur zu schützen und die maritime Biodiversität zu stärken. Die Erwartungen sind groß. Bis 2030 sollen diese künstlichen Riffe dem bereits bestehenden „Sisters‘ Island Marine Park“ ungefähr 1000 Quadratmeter Fläche hinzufügen. Diese 10 Meter hohen Installationen gleichen 3-stöckigen Reihenhäusern.

Die benutzten Materialien für diese Korallen-freundlichen Gebilde bestehen aus recycelten Baustoffen der JTC. Unter anderem wird eine Mischung aus Glasfaser, Stahl und Steinen verwendet. Diese sollen den Korallen durch eine raue Oberfläche ermöglichen, leicht ihre Wurzeln darin zu verankern.

So hob der Geschäftsführer des Nationalpark-Amtes Kenneth Er hervor, dass die maritime Biodiversität Singapurs ihr natürliches Erbe sei.

Das Umdenken ist auch dringend nötig, da Singapur über die letzten Jahre 60 Prozent seiner Riffe durch Neulandgewinnungen verloren hat. So wurde durch Aufschüttungen und künstliche Landverlängerungen viel maritime Natur zerstört. Hinzu kommt, dass 2016 durch eine zu lange andauernde warme Wassertemperatur ein Korallensterben eintrat, wodurch schätzungsweise ungefähr 15-20 Prozent der Korallen in Singapurs Wasser ausstarben.

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